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Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

In Deutschland werden derzeit über 7 Mio. Menschen wegen eines Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt, behandelt. Etwa 90 % davon sind an Typ 2-Diabetes erkrankt, etwa 5–10 % an Typ 1-Diabetes. Insbesondere der Anteil der Typ-2-Diabetiker nimmt seit Jahren stetig zu, bedingt durch die immer höhere Zahl übergewichtiger Menschen infolge veränderter Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangels.

 

Zucker-Stoffwechsel bei Gesunden

Glukose ist eine Zuckerart und Abbauprodukt der mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate, die im Verdauungstrakt mit Hilfe von Enzymen aufgespalten und über die Darmwand in das Blut resorbiert werden.

Hauptregelungshormone des Zuckerstoffwechsels sind Insulin und Glukagon, die beide in der Bauchspeicheldrüse gebildet werden. Als Botenstoff bewirkt Insulin den Transport von Glukose ins Zellinnere, wo diese zur Energiegewinnung verbraucht wird. Darüber hinaus bewirkt Insulin auch eine Speicherung von Glukose in Form von Glykogen in der Leber sowie in den Muskelzellen, wodurch der Blutzuckerspiegel beim gesunden Menschen nach der Nahrungsaufnahme in engen Grenzen (60–140 mg/dl oder 3,3–7,7 mmol/l) konstant gehalten wird.

 

Was ist Diabetes mellitus?

Diabetes mellitus bezeichnet eine Gruppe von Stoffwechselkrankheiten, bei denen der Blutzucker dauerhaft erhöht ist. Dabei liegt der Grenzwert für den Nüchtern-Blutzucker über 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder/und über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) nach dem Essen.

Die Ursachen des Diabetes mellitus sind ein absoluter Insulinmangel (Typ 1) oder relativer Insulinmangel durch eine abgeschwächte Wirksamkeit des Insulins = Insulinresistenz (Typ 2) oder beides zusammen. Bei den meisten Formen des Diabetes mellitus besteht eine genetische Veranlagung.

 

Diabetes-Typen nach den Leitlinien
der Deutschen Diabetes Gesellschaft:

  • Typ-1-Diabetes mellitus: Die Zerstörung der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse führt zu absolutem Insulinmangel. Häufig können im Blut sogenannte Antikörper gegen körpereigenes Gewebe nachgewiesen werden, daher wird dies auch als Autoimmunerkrankung bezeichnet. Typ 1 tritt meist vor dem 40. Lebensjahr auf.
  • Typ-2-Diabetes mellitus: Hier liegt eine Insulinresistenz mit relativem Insulinmangel zugrunde, zusätzlich kommt es teilweise auch zu einem absoluten Insulinmangel im späteren Krankheitsverlauf. Diese Diabetesform betrifft häufig übergewichtige Menschen und ist meist assoziiert mit anderen Problemen des metabolischen Syndroms (z.B. Fettstoffwechselstörung, Bluthochdruck, erhöhte Harnsäure im Blut).
  • Diabetes mellitus bei anderen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (z.B. durch Entzündungen oder nach Operationen)
  • Diabetes mellitus im Rahmen anderer Stoffwechselkrankheiten oder Hormonstörungen (z.B. bei Mukoviszidose, Eisenspeicherkrankheit, PCO-Syndrom oder Nebennierentumor)
  • Diabetes mellitus bei genetischen Defekten (z. B. MODY-Formen)
  • Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) als erstmals während der Schwangerschaft aufgetretene Glukosetoleranzstörung.

 

Warum ist ein erhöhter Blutzucker ein Problem?

Wenn der Blutzucker innerhalb kurzer Zeit (Stunden bis Tage) stark ansteigt (über 250 mg/dl oder höher), weil der normale Regelkreis nicht mehr funktioniert, kann sich eine lebensbedrohliche Situation entwickeln, die schnell in einem Krankenhaus behandelt werden muss. Der Körper scheidet dann verstärkt Zucker und damit auch Wasser über die Nieren aus. Durch den extremen Flüssigkeitsverlust kann der Körper völlig austrocknen – ein gefährlicher Zustand, der im schlimmsten Fall bis zum diabetischen Koma führt. Warnsymptome dafür sind übermäßiger Durst, häufiger Harndrang und Müdigkeit.

Beim Typ-1 Diabetes werden bei entgleistem Blutzucker außerdem Fettreserven abgebaut, um daraus Energie zu gewinnen. Es entstehen Ketonkörper, die schließlich zu einer Übersäuerung des Blutes führen, zur Ketoazidose. Warnsymptome sind Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.

Wenn der Blutzucker über einen längeren Zeitraum deutlich erhöht ist, kann dies verschiedene andere Organsysteme schädigen. Dies betrifft insbesondere die großen und kleinen Blutgefäße (Arterienverkalkung = Arteriosklerose) sowie die Nerven. Folgeerkrankungen können z.B. Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (Angina pectoris, Herzinfarkt), der Hals- und Hirnarterien (Schlaganfall), der Beinarterien (Schaufensterkrankheit), der Augen (Sehminderung bis zur Erblindung) oder der Nieren sein.

 

Wie wird Diabetes erkannt?

Diabetes wird häufig zufällig insbesondere im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen (Check up) erkannt, da es erst bei massiv erhöhten Blutzuckerwerten zu Symptomen wie starkem Durst, häufigem Wasserlassen oder verminderter Leistungsfähigkeit kommt.

Wenn bei der Blutuntersuchung ein erhöhter Nüchtern-Blutzucker über 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder/und über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) nach dem Essen festgestellt wird, liegt ein Diabetes mellitus vor.

Außerdem wird zur Diagnosestellung der HbA1c-Wert gemessen, welcher den mittleren Blutzucker der letzten 3 Monate wiederspiegelt. Ist der HbA1c 6,5 % oder höher, bestätigt dies die Diagnose eines Diabetes mellitus. Liegt der HbA1c im Graubereich zwischen 5,7 und 6,4 %, wird ein Glukosebelastungstest (oraler Glukosetoleranztest OGTT) durchgeführt, bei dem eine Zuckerlösung getrunken werden muss und nach 2 Stunden der Blutzucker im Venenblut gemessen wird.

 

 

Wie wird Diabetes behandelt?

Je nach Diabetestyp unterscheidet sich die Behandlung. Beim Typ-1 Diabetes ist wegen des vollständigen Fehlens der körpereigenen Insulinproduktion eine sofortige Behandlung mit Insulin notwendig. Dieses wird mit Hilfe eines Insulinpens oder einer Insulinpumpe in das Unterhautfettgewebe (subkutan) verabreicht.

Beim Typ-2 Diabetes besteht anfangs meist eine gesteigerte körpereigene Insulinproduktion mit einer geminderten Empfindlichkeit der Rezeptoren an den Muskel- und Fettzellen auf körpereigenes Insulin, eine sogenannte Insulinresistenz. In dieser Phase kann durch eine Gewichtsabnahme, durch verminderte Kalorienzufuhr und ausreichende Bewegung eine Blutzuckernormalisierung erreicht werden. Wenn dies nicht ausreicht, ist die Einnahme von Medikamenten notwendig, die die Insulinempfindlichkeit verbessern oder die Insulinproduktion anregen. Nach längerer Diabetesdauer (etwa 10-15 Jahre) ist auch beim Typ-2 Diabetes die köpereigene Insulinproduktion erschöpft und eine Therapie mit Insulin notwendig.

Tritt während der Schwangerschaft erstmals ein Diabetes auf, wird dies als Gestationsdiabetes bezeichnet. Die durch die hormonelle Umstellung erhöhten Blutzuckerwerte können meist durch eine Ernährungsumstellung gut behandelt werden. Bei einigen Patientinnen ist jedoch eine Insulintherapie erforderlich.

Zur Behandlung eines Diabetes mellitus sind die regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrollen insbesondere während einer Umstellung der Therapie und vor jeder Insulingabe unerlässlich, um einen möglichst ausgeglichen Blutzuckerverlauf zu erreichen. So können Sie selbst sehen, ob Ihr Blutzucker im empfohlenen Zielbereich liegt. Das ist die beste Grundlage, um Risikosituationen (Stoffwechselentgleisungen) und Folgeerkrankungen zu vermeiden.

 

Was können wir für Sie tun?

Wenn in Ihrer Familie Verwandte an Diabetes erkrankt sind oder Sie bei sich selbst Symptome wie z.B. übermäßigen Durst, häufigen Harndrang und Müdigkeit feststellen, sollten entsprechende Blutuntersuchungen durchgeführt werden. Bei Vorsorge-untersuchungen ist das Screening auf Diabetes ein fester Bestandteil.

Wenn bei Ihnen die Diagnose „Diabetes mellitus“ gestellt wird, stellen sich plötzlich viele Fragen: Was ist Besonderes zu beachten? Welche Auswirkungen hat das auf mein Leben, auf Familie, Beruf und Freizeit? Um die Zusammenhänge der Krankheit und den Umgang mit ihr zu verstehen, müssen Betroffene sorgfältig informiert, beraten und geschult werden. Ein Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie ist dafür der richtige Ansprechpartner.

Mit dem notwendigen Wissen und etwas Übung werden Sie es sicher gut schaffen, den Diabetes in Ihren Alltag zu integrieren. Und dabei möchten wir Sie unterstützen und begleiten. Wir geben Ihnen alle wichtigen Informationen und besprechen mit Ihnen zusammen die für Sie geeignete Behandlung.